“Jesus Christus,
gestorben und auferstanden,
um die versprengten Kinder Gottes
wieder zu sammeln!”
(vgl. Joh 11,52)

Apollinaris Absis

Gebet wegen des Coronavirus (deutsch, holländisch und französisch)

Liebe Freunde und Gäste der Apollinariskirche!

Leider dürfen und können wir zur Zeit keine Gottesdienste feiern in der Apollinariskirche. Es ist ein Opfer, das von uns in dieser “Corona-Zeit” gefragt wird.

Wir Priester von der Gemeinschaft der gekreuzigten und auferstandenen Liebe haben uns “verteilt” auf unsere drei Klöster: P. Cornelius in Remagen, P. Ignas in Moresnet-Chapelle und ich in “de Kommel” in Maastricht.

Als ich die Lesung aus dem Propheten Ezéchiel las, wurde ich getroffen durch diesen Satz: “Ich hole die Israeliten aus den Völkern heraus, zu denen sie gehen mussten; ich sammle sie von allen Seiten und bringe sie in ihr Land.” (Ez 37,21) Das Volk Gottes wurde damals zerstreut... aber der Herr bringt wieder zusammen, und zwar durch Sein Sterben: “Jesus sollte nicht nur für das Volk sterben, sondern auch, um die versprengten Kinder Gottes wieder zu sammeln.” (Joh 11,52)

In der heutigen Situation erfahren wir, dass wir nicht mehr zusammenkommen dürfen, um miteinander Gottesdienst zu feiern, um miteinander zu bekennen, dass Jesus unser Herr ist und in einigen Tagen dürfen wir nicht das Sterben und die Auferstehung Jesu in der Kirche feiern.

Was das Coronavirus alles bewirkt! Es ist zu verstehen, dass die Obrigkeit uns verbietet zusammen zu kommen... aber wir dürfen auch die Schmerzen in unseren Herzen spüren, wie wir auch die Schmerzen der Kranken und Sterbenden mitfühlen dürfen.

Wir verbinden uns mit den Schmerzen Jesu, besonders in der Karwoche, aber hoffen auch auf die Auferstehung aus dem Grab der Zerstreuung und der Isolation. Inzwischen beten wir miteinander und füreinander: auch einige Menschen aus dem Freundeskreis der Apollinariskirche sind angesteckt worden durch das Coronavirus! Aber wir schauen auch weiter: Im Namen Jesu, der Seine Arme am Kreuz weit ausgestreckt hat, beten wir für die ganze Menschheit, auch für die Menschen, die sich jetzt als Arzt oder als Pflegepersonal einsetzen für die Kranken und Sterbenden.

Es ist glücklicherweise durch die moderne Technik möglich, dass wir durch Livestream die Gottesdienste mitfeiern können. Es gibt zur Zeit viele Angebote, woraus Sie wählen können.

Auch wir als “Gemeinschaft der gekreuzigten und auferstandenen Liebe” haben den Ruf gehört um auf diese Weise jetzt unser Apostolat fortzusetzen. Vom Mutterhaus in Maastricht aus versorgen wir beinahe täglich Gottesdienste in deutscher und holländischer Sprache. (www.kommel.nl/ livestream) Wir laden Sie herzlich ein, um auf diese Weise die “Zeit der Zerstreuung” zu überbrücken und so eine lebendige Gebetsgemeinschaft zu bilden, bis wir - auch wieder in der Apollinariskirche - die Gottesdienste feiern dürfen.

Ich grüße Sie, im Namen unserer Gemeinschaft ganz herzlich und wünsche Ihnen eine gesegnete Karwoche und ein hoffnungsvolles Osterfest!

P. Bartholomé   

 

Leider kein Monatsprogramm April 2020
in der Apollinariskirche

 

 


»Warum habt ihr solche Angst? Habt ihr noch keinen Glauben?«

Aus der Meditation von Papst Franziskus am 27.3.2020

Der Anfang des Glaubens ist das Wissen, dass wir erlösungsbedürftig sind. Wir sind nicht unabhängig, allein gehen wir unter. Wir brauchen den Herrn so wie die alten Seefahrer die Sterne. Laden wir Jesus in die Boote unseres Lebens ein. Übergeben wir ihm unsere Ängste, damit er sie überwinde. Wie die Jünger werden wir erleben, dass wir mit ihm an Bord keinen Schiffbruch erleiden. Denn das ist Gottes Stärke: alles, was uns widerfährt, zum Guten zu wenden, auch die schlechten Dinge. Er bringt Ruhe in unsere Stürme, denn mit Gott geht das Leben nie zugrunde.

Der Herr fordert uns heraus, und inmitten des Sturms lädt er uns ein, Solidarität und Hoffnung zu wecken und zu aktivieren, die diesen Stunden, in denen alles unterzugehen scheint, Festigkeit, Halt und Sinn geben. Der Herr erwacht, um unseren Osterglauben zu wecken und wiederzubeleben. Wir haben einen Anker: durch sein Kreuz sind wir gerettet. Wir haben ein Ruder: durch sein Kreuz wurden wir freigekauft.

Wir haben Hoffnung: durch sein Kreuz sind wir geheilt und umarmt worden, damit nichts und niemand uns von seiner erlösenden Liebe trennen kann. Inmitten der Isolation, in der wir unter einem Mangel an Zuneigung und Begegnungen leiden und den Mangel an vielen Dingen erleben, lasst uns erneut die Botschaft hören, die uns rettet: Er ist auferstanden und lebt unter uns.

Der Herr ruft uns von seinem Kreuz aus auf, das Leben, das uns erwartet, wieder zu entdecken, auf die zu schauen, die uns brauchen, und die Gnade, die in uns wohnt, zu stärken, zu erkennen und zu ermutigen. Löschen wir die kleine Flamme nicht aus (vgl. Jes 42,3), die niemals erlischt, und tun wir alles, dass sie die Hoffnung wieder entfacht.

Das eigene Kreuz anzunehmen bedeutet, den Mut zu finden, alle Widrigkeiten der Gegenwart anzunehmen und für einen Augenblick unser Lechzen nach Allmacht und Besitz aufzugeben, um der Kreativität Raum zu geben, die nur der Heilige Geist zu wecken vermag. Es bedeutet, den Mut zu finden, Räume zu öffnen, in denen sich alle berufen fühlen, und neue Formen der Gastfreundschaft, Brüderlichkeit und Solidarität zuzulassen.

Durch sein Kreuz sind wir gerettet, damit wir die Hoffnung annehmen und zulassen, dass sie alle möglichen Maßnahmen und Wege stärkt und unterstützt, die uns helfen können, uns selbst und andere zu beschützen. Den Herrn umarmen, um die Hoffnung zu umarmen – das ist die Stärke des Glaubens, der uns von der Angst befreit und uns Hoffnung gibt.

»Warum habt ihr solche Angst? Habt ihr noch keinen Glauben?«

Liebe Brüder und Schwestern, von diesem Ort aus, der vom felsenfesten Glauben Petri erzählt, möchte ich heute Abend euch alle dem Herrn anvertrauen und die Muttergottes um ihre Fürsprache bitten, die das Heil ihres Volkes und der Meerstern auf stürmischer See ist. Von diesen Kolonnaden aus, die Rom und die Welt umarmen, komme der Segen Gottes wie eine tröstende Umarmung auf euch herab.

 

Herr, segne die Welt, schenke Gesundheit den Körpern und den Herzen Trost.
Du möchtest, dass wir keine Angst haben;
doch unser Glaube ist schwach und wir fürchten uns.
Du aber, Herr, überlass uns nicht den Stürmen.
Sag zu uns noch einmal: »Fürchtet euch nicht« (Mt 28,5).
Und wir werfen zusammen mit Petrus „alle unsere Sorge auf dich,
denn du kümmerst dich um uns“ (vgl. 1Petr 5,7).

 

Spezieller Apollinarissegen am Ostermontag 12.00 Uhr

Was sonst nur zur Apollinariswallfahrt geschieht, nämlich dass der Ortspfarrer von Remagen, nachdem die Reliquien des heiligen Apollinaris erhoben sind, die Stadt zu Wallfahrtsbeginn segnet, soll in dieser schwierigen Zeit nun auch am Ostermontag geschehen.

Das haben Dechant Frank Klupsch, Bürgermeister Björn Ingendahl und Pater Bartholomé vom Apollinarisberg gemeinsam beschlossen.

Der Segen vom Apollinarisberg aus erfolgt um 12 Uhr und wird vom Glockengeläut aller Kirchen der Stadt begleitet. Die Gläubigen sind eingeladen, sich an den geöffneten Fenstern zu bekreuzigen und ein Osterhalleluja anzustimmen.