Am Ende der 11. Apollinariswallfahrt, die wir als Gemeinschaft der gekreuzigten und auferstandenen Liebe, zusammen mit unseren vielen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern organisieren durften, schauen wir mit großer Dankbarkeit zurück auf die neun Jahre, die wir hier auf dem Apollinarisberg sind. In 2007 schrieb Bischof Reinhard Marx: “Diese junge Gemeinschaft hat sich vorgenommen - neben der alltäglichen Seelsorge - vor allem auch der großen, jährlichen Wallfahrt neue Impulse zu geben, damit es zwei intensive Wochen des Glaubens, des Gebetes und der Begegnung werden können.”

Wir freuen uns, dass diese Zielsetzung gelungen ist und weiterhin auch viele Früchte hervorbringen wird: in diesem Vertrauen auf die Güte Gottes haben wir angefangen und werden auch weiterhin unsere Dienste tun. Als ein Zeugnis und einen dankbaren Rückblick haben wir dieses kleine Heft zusammengestellt: Denn wir sollen nie vergessen, dass Gott Gutes getan hat! Möge es uns allen zu einem Opfer des Lobes und des Dankes bringen und uns im Vertrauen auf dem Herrn stärken.

In Namen der Gemeinschaft der gekreuzigten und auferstandenen Liebe,

P. Bartholomé und Sr. Rita-Maria


Apollinariswallfahrt 2007

“Ich habe dich beim Namen gerufen!”
(Jes 43,1)

Einladung zur Wallfahrt

Seit Jahrhunderten pilgern Menschen auf den Apollinarisberg, zur Verehrung des Hl. Apollinaris. 1857, als die neue Wallfahrtskirche eingeweiht wurde, übernahmen die Franziskaner die Betreuung der Kirche und wirkten bis zum 1. Januar 2007 segensreich auf dem Berg und in den umliegenden Gemeinden. Anfang Februar 2007, hat der Bischof von Trier, Dr. Reinhard Marx, die Seelsorge auf dem Apollinarisberg, der Gemeinschaft der gekreuzigten und auferstandenen Liebe, anvertraut. Für alles, was uns damit die Tradition der Wallfahrt hinterlassen und jetzt aufgetragen hat, sind wir froh und nehmen die neue Aufgabe in Dankbarkeit an. Deshalb laden wir Sie ganz herzlich ein zum Mitfeiern der großen diesjährigen Wallfahrt.

Zwei Wochen sind für Sie die Türen von Kirche, Kloster und Garten weit geöffnet, damit viele hier eine Stätte des Glaubens, des Gebetes und der Begegnung finden können. Das Jahresthema lädt dazu ein, sich durch den Herrn beim Namen rufen zu lassen, damit seine Liebe und Frohe Botschaft, auch durch die Fürsprache des heiligen Apollinaris, bei jedem ankommen kann, der hinhören will und dazu bereit ist sein christliches Leben zu erneuern oder bereichern zu lassen. Wir freuen uns auf Ihre Pilgerschaft zum Hl. Apollinaris!

Empfehlungsbrief von Herrn Bischof Dr. Reinhard Marx,
dem damaligen Bischof von Trier

Sehr geehrter Mitbruder im Bischofsamt,
sehr geehrter Mitbruder im priesterlichen Dienst,

seit 1857 ist in Remagen in unserem Bistum Trier eine lebendige Wallfahrt zur Ehre des heiligen Apollinaris. Damals - dieses Jahr ist es genau 150 Jahre her - ist die schöne, neogotische Kirche eingeweiht worden, nachdem unter der Führung des Bauherrn Franz Egon Graf von Fürstenberg-Stammheim etliche Künstler an dieser Kirche mitgearbeitet haben.

Damals - in 1857 - wurde die Seelsorge den Franziskanern anvertraut, die diese Arbeit bis zum 1. Januar 2007 auf sehr fruchtbare Weise ausgeübt haben. Glücklicherweise, ja man darf schon sagen durch Gottes Führung, habe ich die Gemeinschaft der gekreuzigten und auferstandenen Liebe bereit gefunden die Seelsorge auf dem Apollinarisberg zu übernehmen.

Diese junge Gemeinschaft hat sich vorgenommen - neben der alltäglichen Seelsorge - vor allem auch der großen, jährlichen Wallfahrt neue Impulse zu geben, damit es zwei intensive Wochen des Glaubens, des Gebetes und der Begegnung werden können.

Neues geistliches Leben unter allen Christgläubigen und neue geistliche Berufungen haben die Spiritualität und das Programm dieser Gemeinschaft zum Ziel. Als Bischof von Trier möchte ich diese Zielsetzung von Herzen unterstützen, bei Ihnen anempfehlen und Sie bitten , wenn möglich auch durch Ihren bischöflichen oder priesterlichen Dienst diese Wallfahrt zu unterstützen, damit die Früchte dieser Wallfahrt in - aber auch über unser Bistum hinaus - für die Kirche in Deutschland sichtbar werden.

Aufsetzen des Hauptes wieder eingeführt am 22. Juli 2007

Während dieser Wallfahrt haben wir verschiedene Überraschungen erfahren. Die Erste war gleich am Anfang. Herr Bischof Marx hat beim Aussteigen aus seinem Auto die Bemerkung gemacht, ob wir “das Haupt wieder aufsetzen?” Diese Bemerkung - die zugleich auch eine Einladung war - haben wir gleich umgesetzt in einen Auftrag. Durch die Aufsetzung des Hauptes haben wir eine alte Tradition wieder eingeführt, wodurch noch stärker erfahrbar wird, dass wir - auf die Fürsprache des heiligen Apollinaris - ganz persönlich gesegnet werden.”

Spezielle Gäste

Bischof Dr. Reinhard Marx (Trier)
Apostolischer Nuntius Erzbischof Dr. Erwin Ender (Berlin)
Bischof Dr. Felix Genn, (Essen)
Em. Weihbischof Dr. Alfred Kleinermeilert (Trier)
Weihbischof Dr. E. de Jong (Roermond/NL)
Weihbischof Dr. Stephan Ackermann (Trier)


Apollinariswallfahrt 2008

“Ihr werdet die Kraft
des Heiligen Geistes empfangen!”
(Apg 1,8)

Einladung zur Wallfahrt

Das Thema dieses Jahres, “Ihr werdet die Kraft des Geistes empfangen”, verbindet uns zuerst mit der Weltkirche. Denn gerade bevor unsere Wall-fahrtswochen anfangen, werden in Sydney mit diesem Thema die Weltjugendtage mit Papst Benedikt XVI. stattfinden. Nicht nur die Jugend dort, aber auch wir hier werden die Kraft des Heiligen Geistes empfangen und weitergeben.

Die Gottesdienste in der Apollinariskirche laden uns ein, um uns mit dem heiligen Apollinaris zu öffnen für die Wirksamkeit des Heiligen Geistes. Durch den Heiligen Geist werden wir Erneuerung und Ermutigung für unser Glaubensleben empfangen, sowohl persönlich als auch gemeinsam.
In diesen zwei Wallfahrtswochen laden wir Sie ein, um zusammen mit uns in unserer Wallfahrtskirche zu beten und nachher auch einander zu begegnen, bei gutem Wetter im Garten, sonst im Kloster. Wir erwarten viele Menschen, aber vor allem auch viele Gnaden für unser aller Leben..

Spezielle Gäste

Abt Benedikt Müntnich vom Kloster Maria Laach
Em. Weihbischof Dr. Alfred Kleinermeilert (Trier)
Altbischof Dr. J. M. Gijsen (Reykjavik/Island)


Apollinariswallfahrt 2009

“Seht, ich mache alles neu!”
(Off 21,5)

Einladung zur Wallfahrt

In der Osterbotschaft von 2009 hat Papst Benedikt XVI nochmals die Gedanken der Skeptiker erwähnt: “Gibt es etwa ein Ding, von dem man sagen könnte: Sieh dir das an, das ist etwas Neues?“ (vgl. Koh 1, 10). Ja, antworten wir: Am Ostermorgen ist alles neu geworden. ‘Tod und Leben, die kämpften unbegreiflichen Zweikampf; des Lebens Fürst, der starb, herrscht nun lebend.’ Das ist das Neue!

Als Christen glauben wir an diese Neuheit, weil Christus, gekreuzigt und auferstanden, als erhöhter Herr uns in Seiner großen Liebe die Erneuerung des Lebens schenkt.

Die gekreuzigte und auferstandene Liebe macht uns neu und schenkt uns während der diesjährigen Wallfahrt von Neuem die besondere Gelegenheit, um miteinander zu bekennen, zu feiern und zu erfahren, dass Seine Worte wahr sind: “Seht, ich mache alles neu!” (Off 21,5)

Wir laden Sie ganz herzlich ein, um durch die Gottesdienste und Begegnungen, vor allem auch durch den Apollinarissegen im Zeichen des “Aufsetzen des Heiligen Hauptes” diese Zusage Gottes zu empfangen. Auf die Fürsprache des heiligen Apollinaris bitten wir um Heilung und Befreiung in all dem, was sich “in unserm Kopf abspielt”, leiblich, psychisch und geistlich, um so frei und neu zu werden.

Möge die Apollinariswallfahrt uns stärken, um als neue Menschen zu leben: als Menschen, die in ihrem alltäglichen Leben bezeugen können: Gott macht uns neu!

Spezielle Gäste

Joachim Kardinal Meisner (Köln)
Altbischof Dr. J. M. Gijsen (Reykjavik/Island)
Abt Raphael Bahrs vom Kloster Michaelsberg / Siegburg
Em. Weihbischof Dr. Alfred Kleinermeilert (Trier)

Wallfahrtslied

1. Du machst uns neu, weil Du uns liebst!
Du machst uns neu, wenn Du uns vergibst!
Du machst uns neu, wenn Deine Barmherzigkeit
uns jedes Mal neu bewegt, einander von Herzen zu vergeben.

Wir wollen sehen, wir wollen hören,
im Glauben wollen wir es spüren: Du machst alles neu!
Wir wollen danken, wir wollen loben,
und miteinander hier bezeugen: Du machst alles neu!

2. Du machst uns neu, wenn Du uns führst!
Du machst uns neu, wenn Du uns erhörst!
Du machst uns neu, denn Du hast uns auserwählt,
um Freunde von Dir zu sein, um Liebe und Freude zu empfangen.

3. Du machst uns neu, wenn Du uns heilst!
Du machst uns neu, da Du uns erlöst!
Du machst uns neu, weil Du für uns starbst am Kreuz,
Dein Blut für uns strömen ließ’t, ja Du gabst Dich hin für jeden
Menschen.

4. Du machst uns neu durch Deinen Trost!
Du machst uns neu, wenn Du uns belebst!
Du machst uns neu, denn durch Deinen Heil’gen Geist
erfüllst Du uns mit der Kraft, um standhaft und treu Dich zu
verkünden.

5. Du machst uns neu, wenn Du uns nährst!
Du machst uns neu, wenn Du uns erfreust!
Du machst uns neu, wenn Du uns zum Mahle lädst,
uns mit Deinem Leibe speist, wenn Du uns vereinst in Deiner Kirche.

6. Du machst uns neu, weil Du hier wohnst!
Du machst uns neu, denn wir sind Dein Volk!
Du machst uns neu, denn Du hast den Tod besiegt,
die Trauer wird nie mehr sein, was früher mal war, das ist vergangen!

7. Du machst uns neu, weil Du uns labst!
Du machst uns neu, wenn wir durstig sind!
Du machst uns neu, denn Du lädst zum Trinken ein:
die Quelle der Gnad’ ist hier! Kommt alle und schöpft Wasser des Lebens!


Apollinariswallfahrt 2010

“Denn für Gott ist nichts unmöglich!”
(Lk 1,37)

Einladung zur Wallfahrt

Die Welt in Krise! Seit ein paar Jahren erlebt die Welt die größte finanzielle Krise seit 1929. Habgier, unverantwortliche Geldspekulationen und menschliches Versagen haben eine Krise verursacht und darin die ganze Welt mit hineingezogen. Vor allem die Ärmsten der Welt müssen in ihrem Leben erleiden, was die Reichsten der Welt bewirkt haben.

Die Kirche in Krise! Seit Monaten werden wir konfrontiert mit Fällen von Missbrauch, Kinder und Jugendliche wurden durch Sünden und Verbrechen von Priestern und Ordensleuten geschändet und belastet - und die ganze Kirche wird mit hineingezogen in diese Krise.

Die Menschen in Krise! Durch persönliches Versagen oder durch unerwar-tete Schicksale werden Menschen heimgesucht und verzweifeln sogar an ihrem Leben.

Welchen Ausweg zeigt Gott uns? Nicht den Weg der Resignation! Auch nicht den Weg heraus aus der Kirche! Auch nicht den Weg, dem Leben den Rücken zuzukehren!

Vielmehr sind Umkehr, innere Reinigung, Buße, Glauben und Erneuerung angesagt! Denn Gott zeigt uns in der langen Heilsgeschichte, zuerst mit seinem Volk Israel und nachher mit seiner Kirche, gegründet auf die gekreuzigte und auferstandene Liebe Jesu Christi, dass für Ihn nichts unmöglich ist. Wer dem Gott und Vater Jesu Christi glaubt, öffnet sich für die Perspektive Gottes und für das, was Gott in Seiner Liebe für uns Menschen möglich machen will. Aus der Sicht unseres Herrn Jesus Christus ist die Krise (das Kreuz) sogar die wichtigste Voraussetzung, um Gottes Wirksamkeit und Gegenwart zu empfangen und zu erfahren (die Auferstehung).

Auf die Fürsprache des heiligen Apollinaris werden wir zwei Wochen lang beten, dass diese Gnade Gottes in unserem Leben ankommt, damit wir in dieser Zeit der verschiedenen Krisen Hoffnungsträger des Reiches Gottes sein können. Wir laden Sie herzlich ein zur Apollinariswallfahrt 2010, um für uns selbst und füreinander diese Gnade zu erbitten und zu ermöglichen.

Spezielle Gäste

Em.Weihbischof Dr. Alfred Kleinermeilert (Trier)
Altbischof Dr. J. M. Gijsen (Reykjavik/Island)

Wallfahrtslied

||: Für Dich, o Herr, ist nichts unmöglich! :||
Für Dich, o Herr, ist nichts unmöglich, so glauben wir!

1. V.: Von dem Bösen hast Du uns erlöst!
A.: Für Dich, o Herr, ist nichts unmöglich!
V.: Aus der Finsternis hast Du befreit!
A.: Für Dich, o Herr, ist nichts unmöglich!
V.: Neues Leben hast Du uns geschenkt!
A.: Für Dich, o Herr, ist nichts unmöglich, so glauben wir!

||: Ja, wir glauben an Dich und vertrauen auf Dich,
denn für Dich ist nichts unmöglich!
Du, nur Du bist unser Gott,
wir glauben fest daran! Halleluia, amen! :||

2. V.: Aus dem Tod hast Du uns auferweckt!
A.: Für Dich, o Herr, ist nichts unmöglich!
V.: Traurigkeit verwandelst Du in Freud’!
A.: Für Dich, o Herr, ist nichts unmöglich!
V.: Licht und Leben uns geoffenbart!
A.: Für Dich, o Herr, ist nichts unmöglich, so glauben wir!

3. V.: Hoffnungslosigkeit hat keinen Platz!
A.: Für Dich, o Herr, ist nichts unmöglich!
V.: Leben ohne Sinn hat jetzt ein End!
A.: Für Dich, o Herr, ist nichts unmöglich!
V.: Geisterfülltes Leben schenkst Du uns!
A.: Für Dich, o Herr, ist nichts unmöglich, so glauben wir!


Apollinariswallfahrt 2011

“Ich habe euch erwählt,
dass ihr euch aufmacht!”
(Joh 15,16)

Einladung zur Wallfahrt

Mit dem diesjährigen Thema “Ich habe euch erwählt, dass ihr euch aufmacht!” heißen wir Sie herzlich willkommen auf dem Apollinarisberg.

Wir erwarten Sie! Der heilige Apollinaris wartet auf Sie! Ja, Gott selbst lädt Sie ein, um seine Liebe zu empfangen und von neuem anzunehmen, dass Er Sie erwählt hat Seine Liebe und Güte, Seine Barmherzigkeit und Stärke zu empfangen.

Es ist nicht zuerst unser Verdienst, der im Reich Gottes zählt, sondern zuerst die Liebe, die Gott uns durch Christus schenkt. In einer Welt, in der zuerst die Leistung und Arbeit zählt, sagt Gott uns: “Ich habe dich erwählt! Nicht weil du so gut bist oder vielleicht besser als die andern, sondern weil ICH dich geliebt habe, jetzt liebe und auch in der Zukunft für dich da sein will!”

Gott hat uns erwählt, weil Er uns liebt und sieht, wie sehr wir Ihn brauchen in unseren Nöten und Bedürfnissen. Bringen wir unsere Nöte und Anliegen mit auf den Berg: Unruhe und Angst, Krankheit und Tod, Unfrieden, innere Leere,... Auf die Fürsprache des heiligen Apollinaris, besonders durch den Segen mit der Reliquie, dürfen wir die Gnade Gottes in Anspruch nehmen.

Zugleich ruft die Erwählung auf zur Verantwortung und zum Auftrag. Wer empfangen hat, soll geben! Wer erwählt worden ist, soll sich aufmachen und Früchte der Liebe hervorbringen!

So soll diese Wallfahrt uns durch die Gottesdienste und Begegnungen stärken, ermutigen und anspornen von neuem unsere christliche Verantwor-tung auf uns zu nehmen!

Die Fürsprache des heiligen Apollinaris möge uns dazu helfen, um uns von neuem (oder vielleicht auch zum ersten Mal) bewusst zu werden: “Wir sind durch den Herrn erwählt, mit Ihm verbunden wollen wir uns von neuem aufmachen!”

Spezielle Gäste

Weihbischof Dr. Helmut Dieser (Trier)
Weihbischof Dr. Everard de Jong (Roermond/NL)
Em.Weihbischof Dr. Alfred Kleinermeilert (Trier)

Wallfahrtslied

Wir loben Dich! Wir preisen Dich! Wir erheben Dich, Herr,
und wir danken Dir, Jesus, für Deine Herrlichkeit!
Denn Du hast uns erwählt und dazu bestimmt,
dass wir uns aufmachen und Frucht bringen für das Königreich des
Vaters. Halleluja, halleluja, halleluja, halleluja!
Dir sei Lob und Preis, gekreuzigte und auferstand’ne Liebe!


1. A.: Ja, wir machen uns auf, V.: denn Du liebst uns mit der Liebe des Vaters.
A.: Ja, wir machen uns auf, V.: Dein Gebot der Liebe wollen wir halten.
A.: Ja, wir machen uns auf, V.: unsre Freude wird durch Dich ganz vollkommen.


2. A.: Ja, wir machen uns auf, V.: um zu lieben, so wie Du uns geliebt hast.
A.: Ja, wir machen uns auf, V.: gern bereit, um das zu tun, was Du aufträgst.
A.: Ja, wir machen uns auf, V.: nicht als Knechte, sondern als Deine Freunde.

Schluss: Halleluja, halleluja, halleluja, halleluja!
Halleluja, halleluja, halleluja, halleluja!
Dir sei Lob und Preis,
gekreuzigte und auferstand’ne Liebe!


Apollinariswallfahrt 2012

“Kommt!
Empfangt das Wasser des Lebens umsonst!”
(Off 22,17)

Einladung zur Wallfahrt

Mit dem diesjährigen Thema “Kommt! Empfangt das Wasser des Lebens umsonst!” laden wir Sie ein zur großen Apollinariswallfahrt, die vom 21. Juli bis zum 5. August stattfindet. Mit dem Thema dieses Jahres hören wir den Ruf und die Einladung Gottes, um zu Ihm zu kommen. Unser Herr und Gott will zusammenführen, was getrennt ist, sein Erbarmen zeigen als Heiland und Erlöser und hier auf eine besondere Weise - auf die Fürsprache des heiligen Apollinaris - seine Liebe auf vielfältige Weise zeigen.

Sie sind ganz herzlich willkommen, um zum Apollinarisberg zu pilgern, sich auf den Weg zu machen, alleine oder mit einer Gruppe, hier zusammen zu kommen und aus der Quelle des Lebens zu empfangen.

Seit Jahrhunderten ist der Apollinarisberg ein Ort des Gebetes und der Begegnung, wo das lebendige Wasser der Liebe Gottes in reichem Maße fließt.

Für uns als “Gemeinschaft der gekreuzigten und auferstandenen Liebe”, zusammen mit vielen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, ist es eine besondere Gnade und zugleich auch eine große Herausforderung, um in der Tradition der Benediktiner und Franziskaner, die hier früher waren, auch in diesem Jahr im Namen Gottes sagen zu dürfen: “Kommt! Kommt hierher und empfangt durch die Apollinariswallfahrt den Segen und die Liebe Gottes!” Denn umsonst strömt hier das lebendige Wasser. Es ist Jesus Christus selbst, der sich uns als Quelle des Lebens und der Hoffnung für die Zukunft offenbaren will. Die Gottesdienste, das Aufsetzen des Hauptes, der Empfang und die Begegnung sollen uns allen helfen die Freude am Glauben zu erfahren.

Wir hoffen auch Sie während der Apollinariswallfahrt begrüßen zu dürfen. Herzlich willkommen!

Spezielle Gäste

Weihbischof Jörg Michael Peters (Trier)
Em.Weihbischof Dr. Alfred Kleinermeilert (Trier)

Wallfahrtslied

Kommt und empfangt das Wasser des Lebens!
Kommt und empfangt aus der Quelle des Heils!
Denn dein Herr und Gott, Er ist der Gott der Liebe!
Zögert nicht! Kommt herbei! Dankt Gott dem Herrn!
Dank sei Dir, Du bist die Fülle des Lebens!
Aus Deinem Herzen strömt Frieden und Heil!
Lob sei Dir, Jesus, Heiland und Erlöser!
Du bist groß! Wir sind Dein! Du bist der Herr,
ja, die gekreuzigte und auferstandene Liebe.
Halleluja, halleluja, halleluja, halleluja!

Schluss: Wasser des Lebens, ströme Du durch uns!
Wasser des Lebens, ströme Du, ströme Du,
ströme Du durch uns in die ganze Welt hinaus!


Apollinariswallfahrt 2013

“Geht!
Macht alle Menschen zu meinen Jüngern!”
(Mt 28,19)

Einladung zur Wallfahrt

Mit dem diesjährigen Thema “Geht! Macht alle Menschen zu meinen Jüngern!” laden wir Sie ein zur großen Apollinariswallfahrt, die vom 20. Juli bis 4. August stattfindet. Mit dem Thema dieses Jahres hören wir den Auftrag, den Jesus als auferstandener Herr der ganzen Kirche für alle Zeiten anvertraut hat. Damals ist Jesus im Namen Gottes gekommen, um die Menschen zu sammeln und sie durch Sein Leben, Sein Sterben und Seine Auferstehung zu Seinen Jüngern zu formen.

Wir Christen sollen uns allererst verstehen als “Jünger Jesu”, die in der Kraft des Heiligen Geistes leben und durch unser Leben, unseren Glauben und unsere Liebe, auch andere Menschen zu dieser Jüngerschaft führen.

So kann Kirche verstanden werden als eine “Jüngerschaftsschule”, aber auch als eine Gemeinschaft, die auf die Straßen unserer Welt “hinausgeht”, um diesen Kreis der Jünger auszuweiten.

Auf die Fürsprache des heiligen Apollinaris, der damals auch ein Jünger Jesu war, und in der Tradition der Benediktiner und Franziskaner, die früher hier waren, laden wir Sie im “Jahr des Glaubens” ganz herzlich zur diesjährigen Wallfahrt ein.

Nehmen Sie mit uns die Gnade dieser Apollinariswallfahrt in Anspruch!

Der Herr lädt uns alle ein, um durch Ihn als Seine Jünger gestärkt zu werden, um dann auch mit seiner Kraft hinauszugehen und unsere Verantwortung als Seine Jünger auf uns zu nehmen. Mögen durch diese Wallfahrt mehr Menschen die Freude am Glauben und die Liebe durch den Glauben erfahren und in die Welt von heute hineintragen. Die Gottesdienste, das Aufsetzen des Hauptes, der Empfang und die Begegnung sollen uns allen dabei helfen.

Wir hoffen, auch Sie während der Apollinariswallfahrt begrüßen zu dürfen!

Spezielle Gäste

Weihbischof Wilfried Theising (Münster)
Em.Weihbischof Dr. Alfred Kleinermeilert (Trier)

Wallfahrtslied

Jesus, unser Heiland, mitten unter uns!
Menschgewordene Liebe, Du bist für uns da!
Du sprichst mit göttlicher Vollmacht, der Vater hat Dich gesandt!
Du rufst uns bei unsrem Namen und sendest uns mit den Worten:

“Geht und verkündet das Evangelium der Gnade Gottes!
Geht und werdet Jünger für das Reich meines Vaters!
Geht und macht alle Menschen zu meinen Jüngern,
zum Lob des Vaters, zum Heil der Welt, zum Segen und Glück
für jeden Menschen auf der Erde!”

Jesus, unser Retter, hingegeben für uns!
Gekreuzigte Liebe, Du hast es vollbracht!
Dein Opfer schenkt die Erlösung, die unsre Welt so sehr braucht.
Du rufst uns auf, um zu glauben und sendest uns mit den Worten:

Jesus, unser Friede, Du bist unser Freund!
Auferstandene Liebe, Du hast den Tod besiegt!
Du lässt uns niemals alleine, Du schenkst uns Deinen Geist
mit vielen Gnadengaben und sendest uns mit den Worten:


Apollinariswallfahrt 2014

(Jubiläum 850 Jahr Apollinarisreliquie)
“Mein Geist jubelt über Gott, meinen Retter!”
(Lk 1,47)

Einladung zur Wallfahrt

Jubelt! Freut euch! Jauchzt! Dieser Aufruf gehört zum Thema “Mein Geist jubelt über Gott, meinen Retter!” (Lk 1,47) der diesjährigen Apollinaris-wallfahrt, die am Samstag, dem 19. Juli mit dem Pontifikalamt mit Herrn Bischof Stephan Ackermann beginnt.

Jubelt! Jauchzt! Aber warum? Jubeln und jauchzen gehören nach unserem heutigen Verständnis doch eher in die großen Fussballstadien und vor unsere Fernseher, wo jedes Tor für das eigene Land bejubelt wird... solange wir siegen! Dieses “Welt-Geschehen” zeigt allerdings, dass der Mensch jubeln kann, und dass aus seinem Inneren eine Freude emporsteigen kann, die durch Leib und Seele zum Ausdruck kommt... aber nur durch einen Fussball?

Jubeln im Gottesdienst und im religiösen Bereich scheint etwas Fremdes zu sein. Für viele “passt” es einfach nicht, denn Gottesdienst ist etwas Ernsthaftes und leider für viele nur noch verbunden mit einem Trauerdienst. Ja, in südlichen Ländern oder in etwas “exotischen” Kreisen kann man jubeln, aber doch nicht in Nord-Europa!

Darunter liegt auch noch die Frage: wer traut sich im Bereich unseres Glaubens froh, dankbar und hoffnungsvoll zu sein? Kann Gottesdienst noch verbunden werden mit Feier, Fest und Freude?

Liebe Menschen, wir sind durch Jesus und besonders auch durch die Taufe Menschen der Frohen Botschaft geworden! Christus hat durch Seine Menschwerdung gezeigt, dass Gott sich freut über uns Menschen! Sein Sterben und seine Auferstehung machen deutlich, dass Gott gesiegt hat und siegen wird, nicht nur für ein Land, sondern für die ganze Menschheit. Ja, die Liebe hat gesiegt und wird siegen, weil Gott die Liebe ist!

Der Heilige Geist ist in Fülle über die Kirche herabgekommen und begeistert seit dem ersten Pfingstfest die Kirche. Darum darf und soll man sagen: aus dem Glauben heraus jubelt und jauchzt die Kirche, weltweit, katholisch (das heißt an alle Orten!), weil Gott Großes getan hat und Großes tun wird.

Das Thema der Wallfahrt ist der marianische Jubel des Magnifikats. Maria, die Mutter Gottes, jubelt und verkündet: “Mein Geist jubelt über Gott, meinen Retter!” Sie jubelt, weil sie glaubt und sich für das Wirken Gottes in ihr und in der Welt öffnet.

Darum können wir auch sagen: der Jubel ist die Glaubensantwort in Freude und Dankbarkeit, weil Gott sich in Seiner Güte und Barmherzigkeit offenbart und die Gnade Gottes bei uns Menschen ankommt. Der wahre Jubel ist also der Jubel Gottes in uns. Gott selbst jubelt in uns und bewirkt, dass auch wir beten und singen können: “Mein Geist jubelt über Gott, meinen Retter!”

Mögen Sie und viele Menschen während der Apollinariswallfahrt, zusammen mit den vielen Mitarbeiter(innnen), die mithelfen, diesen Jubel erfahren und verbreiten!

Spezielle Gäste

Kardinal Paul Josef Cordes (Rom)
Bischof Dr. Stephan Ackermann (Trier)
Bischof Lorenzo Ghizzoni (Ravenna)
Em.Weihbischof Dr. Alfred Kleinermeilert (Trier)

Wallfahrtslied

Mein Geist, halleluja, jubelt über Dich, halleluja,
meinen Schöpfer und Vater, halleluja, halleluja,
und meine Seele, halleluja, preist Dich, o Herr,
meinen Heiland und Erlöser!
Ja, mein Herz, halleluja, ist voll Freude, halleluja, über Dich,
meinen Helfer und meinen Tröster, halle-, halleluja, halle-, halleluja,
mein Geist jubelt über Dich, meinen Retter!

1.V.: Denn der Mächtige hat Großes an mir getan,
und sein Name ist heilig.
Er erbarmt sich von Geschlecht zu Geschlecht
über alle, die Ihn fürchten.
Er vollbringt mit seinem Arm machtvolle Taten!

2.V.: Er zerstreut, die im Herzen voll Hochmut sind,
Er stürzt die Mächtigen vom Thron
und erhöht die Niedrigen.
Die Hungernden beschenkt Er mit seinen Gaben
und lässt die Reichen leer ausgehn.


Apollinariswallfahrt 2015

“Ein Segen sollst du sein!”
(Gen 12,2)

Einladung zur Wallfahrt

Am 18. Juli fängt wiederum die große Apollinariswallfahrt an. Wir als Gemeinschaft der gekreuzigten und auferstandenen Liebe, seit Ende Juni 2007 in Remagen, dürfen jetzt zum 9. Mal die Wallfahrtszeit organisieren. Wir freuen uns auf diesen Höhepunkt des Jahres, vor allem auch, weil wir mit so vielen Mitarbeiter(innen) diese Wallfahrt gestalten dürfen und diese besonders gesegnete Zeit durch so viele Pilger(innen) angenommen wird.

“Ein Segen sollst du sein!” So lautet das Thema dieses Jahres. Aber wie sollen wir ein Segen sein, wenn wir nicht zuerst auch von neuem verstehen, uns bewusst werden und annehmen, dass wir von Gott her reichlich gesegnet sind und gesegnet werden? Es ist wie mit dem Gebot der Liebe: wie sollen wir einander lieben, wenn wir nicht zuerst mit geöffnetem Herzen annehmen, dass Gott uns zuerst geliebt hat und liebt?

Ja, ein Segen sollen wir sein, weil Gottes Segen auf uns ruht und wir Gottes Segen empfangen. Wir können durch unser Leben ein Segen sein, weil wir durch den Segen Gottes gesegnet sind in Jesus Christus, der für uns Mensch geworden ist. In Ihm wird sichtbar, hörbar, spürbar, ja offenbar, wie Gott uns liebt und reichlich segnet. Duch Seine Worte, Seine Taten, besonders durch Seine Hingabe am Kreuz und Seine Auferstehung zum Leben ist uns der Segen Gottes im Bund Seiner Liebe bleibend gegeben.

Sakramental, das heißt im Zeichen und in der Wirksamkeit ist uns dieser Segen als Salbung des Geistes in der Taufe geschenkt worden. Anders gesagt: Der Segen Gottes ist in uns eine bleibende Salbung des Geistes geworden: in uns wirksam, durch uns wirksam!

Darum schreibt der Apostel Paulus: “Gott Vater hat uns mit allem Segen seines Geistes gesegnet, durch unsere Gemeinschaft mit Christus im Himmel” (Eph 1,3). Die segnende Salbung und Wirksamkeit ist in uns. Aber, diese Wirksamkeit soll auch “wachgerufen werden”, “erweckt werden”, das heißt zum Vorschein kommen. Nicht dass Gott schläft, sondern wir schlafen und sind uns viel zu wenig bewusst, welche gute Kraftquelle und welcher Segen in uns steckt.

Darum darf das Thema “Ein Segen sollst du sein!” in uns bewirken, dass wir unser Menschsein, unser Christsein und unser Kirchesein verstehen als Gabe und Aufgabe. Die Wallfahrt feiern ist ein neues Wach-werden: in Lobpreis, Danksagung, Segnung und Begegnung.

Zuerst gilt das für die festen Bewohner und Gäste des Apollinarisberges, und das gilt auch für alle Pilger(innen), die von fern oder nah diese Wallfahrtsstätte St. Apollinaris besuchen.

Am 18. Juli werden wir bei der Eröffnungsfeier mit Trompeten und Gesängen das Reliquiar mit dem heiligen Haupt aus dem Sarkophag in der Krypta erheben. Möge der Segen Gottes reichlich über unsere Gottesdienste und Begegnungen herabkommen: als eine kräftige und geisterfüllte Bestätigung und Ermutigung unseres Christseins. Möge die Dankbarheit als ein Lobpreis emporsteigen und der Segen Gottes uns innerlich stärken, um uns von neuem zu entscheiden, um in der Kraft des Heiligen Geistes Segen für andere zu sein und zu werden. Konkret, dort wo wir leben, arbeiten oder zusammen sind: da ist der Ort, wo die Welt, unsere Welt, den Segen Gottes braucht. In dieser konkreten Welt will Gott segnend, heilend, vergebend, ermutigend und aufbauend gegenwärtig sein. Was für ein Segen, wenn wir uns selbst darin einen Platz geben! Nicht weil wir besser sind, sondern weil Gott einfach gut ist und uns ruft und uns sendet mit dem Auftrag: “Dort, wo du lebst, sollst auch du ein Segen sein!”

Spezieller Gast

Weihbischof Jörg Michael Peters (Trier)

Wallfahrtslied

Ein Segen, ja, ein Segen, ein Segen sollst du sein,
denn der Vater unsres Herrn Jesus Christus
hat auch dich mit allem Segen seines Geistes gesegnet!
Die Welt, ja, deine Welt, braucht auch heute den Segen Gottes
der Barmherzigkeit und der Hoffnung, des Friedens und der Freude,
der Güte, der Freundlichkeit und der Liebe!

1. V.: Selig die Barmherzigen! A.: Du sollst ein Segen sein!
V.: Selig, die Christus bezeugen! A.: Du sollst ein Segen sein!
V.: Selig, die Frieden stiften! A.: Du sollst ein Segen sein!
V.: Selig die Sanftmütigen! A.: Du sollst ein Segen sein!

2. V.: Selig, die Liebe schenken! A.: Du sollst ein Segen sein!
V.: Selig, die dienend sich geben! A.: Du sollst ein Segen sein!
V.: Selig, die beten und vertrauen! A.: Du sollst ein Segen sein!
V.: Selig, die vergeben! A.: Du sollst ein Segen sein!

Schluss:

Ein Segen, ja, ein Segen, ein Segen will ich sein,
denn der Vater unsres Herrn Jesus Christus
hat auch mich mit allem Segen seines Geistes gesegnet!
Die Welt, ja, meine Welt, braucht auch heute den Segen Gottes
der Barmherzigkeit und der Hoffnung, des Friedens und der Freude,
der Güte, der Freundlichkeit und der Liebe!


Apollinariswallfahrt 2016

Heiliges Jahr der Barmherzigkeit
“Barmherzig wie der Vater!”
(Lk 6,36)

Einladung zur Wallfahrt

Es ist eine besondere Zeit der Gnade, die uns in diesem Jahr der Barmherzigkeit geschenkt wird. Die Kirche - unter der Leitung von Papst Franziskus - erfüllt ihren Auftrag, um im Namen Jesu die Barmherzigkeit des Vaters bekannt zu machen. Die Verkündigung des Wortes Gottes, die Spendung der Sakramente und die Ermutigung zu Werken der Barmherzigkeit erreicht Menschen weltweit. Im Hintergrund hören wir die Worte Jesus, die Er auch für unsere Zeit spricht: “Vater, Herr des Himmels und der Erde, ich preise Dich, weil Du all das den Weisen und Klugen verborgen, den Unmündigen aber offenbart hast” (Mt 11,25). Es ist das Wirken Gottes, das sich in unserer Zeit vollzieht! Mit den “Unmündigen” sind die Kleinen und Bedürftigen gemeint. Menschen, die vielleicht für unsere Welt von wenig Bedeutung sind, aber in den Augen Gottes so wertvoll sind. Es sind die Menschen, die erkennen: ohne diesen Gott des Erbarmens gehen wir verloren, sind wir verloren und sehen wir keinen Weg und keinen Ausweg unsres Lebens. Oder andersrum gesagt: mit diesem Vater der Barmherzigkeit gibt es Zukunft und einen neuen Anfang. Denn mit Ihm sehe ich, woher ich komme und wohin mein Weg führt. Mit Ihm gibt es, die von Gott gegebene Möglichkeit, das Leben sinnvoll und gut zu gestalten, mit Fallen und Aufstehen. “Ja, Vater, so hat es Dir gefallen, denn Du liebst es gnädig, barmherzig und gut zu sein!”

In mir kommt in dieser Zeit auch die Frage hoch: Wieviel Barmherzigkeit Gottes will ich empfangen - wieviel Barmherzigkeit will ich geben? Schau ich auf Jesus, dann sehe ich die Maßlosigkeit Gottes. Er sagt in Verbundenheit mit diesem Lobpreis des Vaters: “Kommt alle zu Mir, die ihr euch plagt und schwere Lasten zu tragen habt!” Sicher auch in der kommenden Apollinaris-Wallfahrtszeit wird diese “Maßlosigkeit” deutlich. Die Heilige Pforte der Barmherzigkeit, die am Sonntag 24. Juli durch Weihbischof Brahm geöffnet wird, ist dafür ein deutliches Zeichen. Papst Franziskus sagt dazu: “Wenn wir die Heilige Pforte durchschreiten, lassen wir uns umarmen von der Barmherzigkeit Gottes und verpflichten uns, barmherzig zu unseren Mitmenschen zu sein, so wie der Vater es zu uns ist.”

Durch das “Aufsetzen des Hauptes”, das traditionell während der Wallfahrtszeit geschieht, wird uns auf besondere Weise, auf die Fürsprache des heiligen Apollinaris, die väterliche Barmherzigkeit Gottes geschenkt. Außerdem ist in diesem Jahr der Jubiläumsablass zu empfangen: durch die Feier der Eucharistie, die Beichte, das Beten des Glaubensbekenntnisses und ein Gebet für Papst Franziskus ist die Fülle der Barmherzigkeit zu erhalten.

Wie gut tut es, die Last der Sünde, der Schuld und der Unbarmherzigkeit ganz ablegen und loslassen zu können! Wie gut tut es, das Gewissen von neuem reinigen zu lassen! Wie gut ist es von Herzen mit Jesus sagen und beten zu können: “Ja, Vater, ich preise Dich, so hat es Dir gefallen, mir, vielleicht nach vielen Jahren, eine Ruhe und einen Frieden zu schenken, und zwar einen Frieden, der vom Himmel kommt!”

Wie gut tut es dann auch, um in der Kraft der Barmherzigkeit Gottes die Werke der Barmherzigkeit zu tun, um so auf einfache, und oft auch unauffällige Weise, unseren Mitmenschen Gutes zu tun!

Ich lade Sie ganz herzlich ein, um diese wohltuende, gnadenvolle und barmherzige Zeit, besonders während der jährlichen Wallfahrtszeit anzunehmen und zu genießen. Wir feiern “wie barmherzig der Vater” ist, auch für Sie!

Spezieller Gast

Weihbischof Robert Brahm (Trier)

Wallfahrtslied

1. Gott Vater, Du hast Jesus, Deinen Sohn, gesandt
und Er hat uns Deine Liebe offenbart:
Ja, nur aus Liebe hat Er sich am Kreuz gegeben
für das Heil der ganzen Menschheit.
Sein Gebet hast Du erhört, Dein Erbarmen uns gezeigt.
Darum rufen wir gemeinsam zu Dir:

||: (Frauen:) Abba! (Männer:) Abba! (Frauen:) Vater! (Männer:) Vater!
(Alle:) Groß ist Deine Barmherzigkeit!
(Frauen:) Abba! (Männer:) Abba! (Frauen:) Vater!
(Alle:) Voll Vertrauen kommen wir zu Dir! :||

2. Herr Jesus, Du das Antlitz unsres lieben Vaters,
in Dir sehen wir die Güte unsres Gottes.
Als guter Hirte nimmst Du uns auf Deine Schultern
und Du führst uns hin zum Vater.
Voll Erbarmen trägst Du uns und vergibst uns unsre Schuld.
Darum rufen wir gemeinsam mit Dir:

3. Geist Gottes, unser Tröster, unser treuer Helfer,
durch den Vater uns verheißen und gegeben,
Du lehrst uns beten und vertrauen auf die Liebe,
die der Vater uns verheißt,
und Du lehrst uns auch zu tun, was uns Jesus hat gesagt.
Darum rufen wir gemeinsam durch Dich:

Schluss:

||: (Frauen:) Abba! (Männer:) Abba! (Frauen:) Vater! (Männer:) Vater!
(Alle:) Wir verherrlichen Dich!
(Frauen:) Abba! (Männer:) Abba! (Frauen:) Vater! (Männer:) Vater!
(Alle:) Dir sei Lob, Ehr und Dank! :||


Apollinariswallfahrt 2017

“Was Er euch sagt, das tut!”
(Joh 2,5)

Einladung zur Wallfahrt

Verweilen wir jetzt beim ersten der Wunder Jesu, die der Evangelist Johannes »Zeichen« nennt. Denn
Jesus hat sie nicht getan, um Staunen zu erwecken, sondern um die Liebe des Vaters zu offenbaren.
Vom ersten dieser wunderbaren Zeichen berichtet Johannes selbst (2,1-11), und es wird in Kana in
Galiläa vollbracht.

Zu Beginn seines öffentlichen Wirkens auf der Hochzeit in Kana zeigt Jesus sich als der Bräutigam
des Gottesvolkes, der von den Propheten verkündigt wurde. Und er offenbart uns die Tiefe der Beziehung,
die uns mit ihm vereint: Es ist ein neuer Liebesbund. Was ist die Grundlage unseres Glaubens?
Ein Akt der Barmherzigkeit, mit dem Jesus uns an sich gebunden hat. Und das christliche Leben
ist die Antwort auf diese Liebe; es ist gleichsam die Geschichte von zwei Verliebten. Gott und der
Mensch begegnen einander, suchen einander, finden einander, feiern einander und lieben einander:
genau wie der Geliebte und die Geliebte im Hohelied. Alles Übrige ist eine Folge dieser Beziehung.
Die Kirche ist die Familie Jesu, über die sich Seine Liebe ergießt; diese Liebe ist es, die die Kirche
bewahrt und allen Menschen schenken will.

Im Kontext des Bundes versteht man auch die Bemerkung der Gottesmutter: »Sie haben keinen Wein
mehr« (V. 3). Wie ist es möglich, Hochzeit zu halten und ein Fest zu feiern, wenn das fehlt, auf das die
Propheten als typisches Element des messianischen Mahls verwiesen haben (vgl. Am 9, 13- 14; Joël
2,14; Jes 25,6)? Wasser ist lebensnotwendig, aber der Wein bringt die Üppigkeit des Mahls und die
Freude des Festes zum Ausdruck. Es ist ein Hochzeitsfest, auf dem der Wein fehlt; die Neuvermählten
schämen sich dafür.

Stellt euch vor, am Ende eines Hochzeitsfestes Tee zu trinken; das wäre eine Schande. Der Wein ist
notwendig für das Fest. Indem er das Wasser der Krüge, die »der Reinigungsvorschrift der Juden«
entsprachen (V. 6), in Wein verwandelt, vollbringt Jesus eine beredte Geste: Er verwandelt das Gesetz
des Mose in das Evangelium, als Überbringer der Freude. An anderer Stelle sagt Johannes auch:
»Das Gesetz wurde durch Mose gegeben, die Gnade und die Wahrheit kamen durch Jesus Christus«
(1,17).

Die Worte, die Maria an die Diener richtet, krönen das hochzeitliche Bild von Kana: »Was Er euch
sagt, das tut!«

Das ist interessant: Es sind die letzten Worte, die von ihr in den Evangelien überliefert sind; sie sind
das Erbe, das sie uns allen hinterlässt. Auch heute sagt die Gottesmutter zu uns allen: »Was er euch
sagt – was Jesus euch sagt –, das tut!« Es ist das Erbe, das sie uns hinterlassen hat: Das ist schön! Es
handelt sich um ein Wort, das die Glaubensformel in Erinnerung ruft, die vom Volk Israel auf dem
Sinai gebraucht wurde, als Antwort auf die Verheißung des Bundes: »Alles, was der Herr gesagt hat,
wollen wir tun« (Ex 19,8). Und tatsächlich gehorchen die Diener in Kana. »Jesus sagte zu den Dienern:
Füllt die Krüge mit Wasser! Und sie füllten sie bis zum Rand. Er sagte zu ihnen: Schöpft jetzt, und
bringt es dem, der für das Festmahl verantwortlich ist. Sie brachten es Ihm« Auf dieser Hochzeit wird
wirklich ein neuer Bund geschlossen, und den Dienern des Herrn, also der ganzen Kirche, ist die
neue Sendung anvertraut: »Was Er euch sagt, das tut!« Dem Herrn dienen bedeutet, Sein Wort zu
hören und danach zu handeln. Es ist die einfache, aber wesentliche Empfehlung der Mutter Jesu, und
es ist der Lebensplan des Christen.

Aus dem Krug zu schöpfen ist für jeden von uns gleichbedeutend damit, auf das Wort Gottes zu
vertrauen, um seine Wirkkraft im Leben zu erfahren. Dann können auch wir zusammen mit dem,
der für das Festmahl verantwortlich war und das Wasser gekostet hat, das zu Wein geworden war,
ausrufen: Du »hast den guten Wein bis jetzt zurückgehalten«. Ja, der Herr behält sich auch jetzt noch
den guten Wein für unser Heil vor, so wie er weiter aus der durchbohrten Seite des Herrn fließt.
»So tat Jesus sein erstes Zeichen, in Kana in Galiläa, und offenbarte seine Herrlichkeit, und seine
Jünger glaubten an ihn« (V. 11). Die Hochzeit in Kana ist viel mehr als ein einfacher Bericht über das
erste Wunder Jesu. Wie ein Schrein bewahrt Jesus das Geheimnis seiner Person und das Ziel seines
Kommens: Der erwartete Bräutigam setzt die Hochzeit in Gang, die im Ostergeheimnis vollbracht
wird. Auf dieser Hochzeit bindet Jesus Seine Jünger an sich in einem neuen und endgültigen Bund. In
Kana werden die Jünger Jesu zu Seiner Familie, und in Kana entsteht der Glaube der Kirche. Zu
dieser Hochzeit sind wir alle eingeladen, auf dass der neue Wein nie mehr ausgehen möge!

Spezieller Gast

Weihbischof Dr. Dominikus Schwaderlapp (Köln)

Wallfahrtslied

V. Die Krüge sind leer, es gibt keinen Wein mehr.
Was sollen wir tun, wer gibt uns guten Rat?
Unsre Herzen sind leer, wo gibt es neues Leben?
Den Heiligen Geist, wo finden wir Ihn?
Maria, du sagst uns: “Tut, was Er euch sagt! Geh zu Jesus,
glaube an Ihn! Er ist der Heiland, dein Erlöser.
Tut, was Er euch sagt!”

A.: ||: Jesus, Jesus, wir kommen zu Dir.
Jesus, Jesus, wir hören, was Du uns sagst. :||

V.: Blinde werden sehen, A.: wenn wir tun, was Du uns sagst.
V.: Taube werden hören,
V.: Lahme werden gehen,
V.: Wunden werden heilen,
V.: Die Macht des Bösen wird gebrochen,
V.: Die Sünden werden vergeben,
V.: Neues Leben wird uns gegeben,
V.: Wir werden den Geist empfangen,

A.: ||: Halleluja, halleluja, halleluja! :||

A.: ||: Lob und Preis sei Dir, o Herr, Heiland und Erlöser!
Jesus Christus, wir lieben Dich,
Du hast Worte des ewigen Lebens.
Halleluja, halleluja, halleluja! Halleluja, halleluja, halleluja! :||
Führe uns, segne uns, dass wir hören und tun,
was Du uns sagst!


Apollinariswallfahrt 2018

“Die Freude am Herrn, ist meine Stärke!”

Einladung zur Wallfahrt

Wenn wir in der heutigen Zeit über Freude sprechen, hat das in vielen Fällen mit Spaß oder Vergnügen zu tun. Man spricht manchmal sogar von einer Spaßgesellschaft. Papst Paul VI schrieb schon in 1975: “Es ist der technologischen Gesellschaft gelungen, die Vergnügungsgangebote zu vervielfachen, doch es fällt ihr sehr schwer Freude zu erzeugen.” Papst Franziskus schrieb aber auch in 2013: “Niemand ist von der Freude ausgeschlossen, die der Herr uns bringt.” Damit kommen wir auf einem wichtigen Punkt: Wenn wir über Freude sprechen, ist es eine Freude die vom Herrn kommt. Um das richtig zu erkennen, müssen wir öfters durch eine Enttäuschung hindurch geführt werden. So schreibt Papst Franziskus im Evangelii Gaudium (2013):

«Wer etwas wagt, den enttäuscht der Herr nicht, und wenn jemand einen kleinen Schritt auf Jesus zumacht, entdeckt er, dass dieser bereits mit offenen Armen auf sein Kommen wartet. Das ist der Augenblick, um zu Jesus Christus zu sagen: „Herr, ich habe mich täuschen lassen, auf tausenderlei Weise bin ich vor deiner Liebe geflohen, doch hier bin ich wieder, um meinen Bund mit dir zu erneuern. Ich brauche dich. Kaufe mich wieder frei, nimm mich noch einmal auf in deine erlösenden Arme.“ Es tut uns so gut, zu ihm zurückzukehren, wenn wir uns verloren haben! Ich beharre noch einmal darauf: Gott wird niemals müde zu verzeihen; wir sind es, die müde werden, um sein Erbarmen zu bitten. Der uns aufgefordert hat, »siebenund-siebzigmal« zu vergeben (Mt 18,22), ist uns ein Vorbild: Er vergibt siebenundsiebzigmal! Ein ums andere Mal lädt er uns wieder auf seine Schultern. Niemand kann uns die Würde nehmen, die diese unendliche und unerschütterliche Liebe uns verleiht. Mit einem Feingefühl, das uns niemals enttäuscht und uns immer die Freude zurückgeben kann, erlaubt er uns, das Haupt zu erheben und neu zu beginnen. Fliehen wir nicht vor der Auferstehung Jesu, geben wir uns niemals geschlagen, was auch immer geschehen mag. Nichts soll stärker sein als sein Leben, das uns vorantreibt!» (EG 3)

Nichts soll stärker sein als Sein Leben, das uns vorantreibt! Sein Leben, Seine Liebe, und zwar Seine gekreuzigte und auferstandene Liebe führt uns weiter zur wahren Freude: es ist eine Freude, die uns als Frucht der erlösenden und heilenden Liebe Gottes geschenkt wird. Es bewirkt, dass unser Kummer in Freude verwandelt wird (vgl. Joh 16,20).

Unter “Kummer” dürfen wir alles verstehen, was uns hindert, um zur wahren Freude am Herrn zu kommen: Verwirrung und Sünde, falsche Lebensweise, ein Festhalten an Vergangenem, Tod, Traurigkeit, Enttäuschung, Sorgen, usw. Alle diese Erfahrungen gehören zum Menschsein. Da wird ein Annehmen gefragt, aber als Christ auch einen Glauben, dass Jesus durch Seine gekreuzigte und auferstandene Liebe erlösen und verwandeln will: “Euer Kummer wird sich in Freude verwandeln!” Für Gott ist nichts unmöglich!

Diese Gnadenwirkung Jesu möchte dahin führen, dass uns eine Freiheit, eine Friede und eine Freude geschenkt wird. Wenn ich diese letzten drei Worte ausspreche höre ich F...F...F... Es ist als ob der Heilige Geist wirksam wird: Als gekreuzigter Herr “gab Er seinen Geist auf” (Joh 19,30) und als auferstandener Herr “hauchte Er sie an und sprach zu ihnen: Empfangt den Heiligen Geist!” (Joh 20,22). Er schenkt uns die Freiheit der Kinder Gottes, den Frieden des Herzens und die Freude an Ihm, der uns liebt, freimacht, verwandelt und erneuert! “Lobe den Herrn, meine Seele! Ja, meine Seele preist die Größe des Herrn und mein Geist jubelt über Gott, meinen Retter, denn der Mächtige hat Großes an mir getan!”

Jesus gibt uns dazu noch einen guten Rat: “Bittet und ihr werdet empfangen, damit eure Freude vollkommen wird” (Joh 16,24). Tun wir das! Besonders in der kommenden Wallfahrtszeit. Dass unsere Herzen und die Herzen vieler Menschen verwandelt werden und Menschen mit uns bezeugen können: “Die Freude am Herrn ist meine Stärke!”

Spezieller Gast

Bischof Dr. Felix Genn (Münster)

Wallfahrtslied

||: Die Freude an Dir ist meine Stärke!
Die Freude an Dir ist meine Kraft!
Du, Herr, Du schenkst mir die Freiheit, den Frieden, die Freude. :||
||: Darum glaub ich an Dich, vertrau ich auf Dich, hoff ich auf Dich,
ja, ich liebe Dich. :||
||: Halleluja, halleluja, halleluja, halleluja! :||

1. Gott, unser Vater, Schöpfer und Herr, Du bist die Liebe:
Lob sei Dir! Nichts ist unmöglich, denn Du bist groß,
reich an Erbarmen auch für mich.

2. Jesus, mein Heiland, Du hast mich lieb. Du guter Hirte:
Lob sei Dir! Auf Deine Schulter nimmst Du Dein Kreuz,
um mich zu retten aus dem Tod

3. Du, Geist der Liebe, Heiliger Geist, Du schenkst mir Hoffnung:
Lob sei Dir! Du führst zur Einheit, Du machst mich neu
lehrst mich zu lieben, so wie Du.

||: Halleluja, halleluja, halleluja, halleluja :||

(Schluss: Halleluja!)